Wenn ich heute mit 47 Jahren auf mein Leben zurück blicke, dann muss ich feststellen, dass meine Biografie wahrscheinlich schon für zwei Leben geschrieben werden kann. Ich bin zum zweiten Mal verheiratet und zu den 3 Kindern meiner Frau habe ich noch 2 eigene Kinder aus erster Ehe „eingebracht“. Ich habe 3 Berufsabschlüsse als Baufacharbeiter, Erzieher und Diplomsozialpädagoge und beim Aufzählen der Hobbies vergesse ich hin und wieder das eine oder andere. Neben Sport (insbesondere Volleyball, Fußball, Fitness, laufen, schwimmen) bin ich leidenschaftlicher Angler, Holzfäller und wenn es die Zeit erlaubt passionierter Jäger.
An einer Stelle bekenne ich aber ganz klar, dass auch ich nur ein Leben habe. Meine politische Gesinnung war vor 1989 „links“ und auch nach 1989 war und bin ich bis heute ein bekennender LINKER geblieben.
Als Kind einer Pädagogenfamilie bin ich in mitten der Heimerziehung der DDR aufgewachsen und bei aller öffentlicher Kritik bin ich heute noch stolz auf das, was meine Eltern geleistet haben. Meine Kindheit und Jugend wurde durch die Arbeit meiner Eltern besonders geprägt. Als „Heimkind der besonderen Art“ wurde ich schon frühzeitig an gesellschaftliche Aktivitäten heran geführt und zur Vielseitigkeit erzogen. Ob Volkstanz, Chor, Fanfarenzug, Feuerwehr oder Fußball, ich war stets in meiner Freizeit dabei und habe viel gelernt, was mir in meinem weiteren Leben oft weiter geholfen hat. Gleichzeitig haben mir meine Eltern vorgelebt, dass man im Leben nicht nur an sich denken darf, sondern dass man sich auch für andere Menschen einsetzen muss. So kam es auch, dass ich nach einer Ausbildung zum Baufacharbeiter mit Abitur und meinem Wehrdienst beruflich auch als Heimerzieher im Jugendwerkhof gelandet bin.
Nach der politischen Wende habe ich dann in verschiedenen Sozialprojekten gearbeitet. Zunächst als Sachbearbeiter im Jugendamt Stadtroda, dann als Geschäftsführer des Kreisjugendrings und schließlich als Projektleiter bei Bildungswerk BLITZ e.V. Aufgrund meiner politischen Aktivitäten wurde mir eine berufliche Perspektive im Saale-Holzland-Kreis immer mehr erschwert, so dass ich 1999 eine Tätigkeit als Erzieher bei der Stiftung „Georg Haar“ in Weimar aufgenommen habe.
Die Arbeit als Sozialpädagoge war für mich stets eine Herausforderung, der ich mich gern gestellt habe und nach meinem Erzieherstudium habe ich sehr schnell gemerkt, dass man sich bei der intensiven Arbeit mit Menschen weitere wissenschaftlichen Erkenntnisse im pädagogischen und psychologischen Bereich aneignen muss und so absolvierte ich von 1998 bis 2002 erfolgreich ein Studium zum Diplomsozialpädagogen. In dieser Zeit habe ich dann leider Familie, Beruf und Studium nicht mehr unter einen Hut bekommen und meine erste Ehe wurde geschieden.
Im Jahre 2004 entschloss ich mich, meine politischen Aktivitäten auszubauen. Durch meine Praxiserfahrungen in den verschiedenen Bereichen der Jugendhilfe habe ich festgestellt, dass die politischen Rahmenbedingungen für eine qualifizierte Arbeit oft unzureichend waren und ich wollte meinen Beitrag leisten, diese Rahmenbedingungen zu verändern.
Als Mitarbeiter des Landtagsabgeordneten Mike Huster und Vorsitzender der Kreistagsfraktion der Partei DIE LINKE konnte ich mich von nun an verstärkt der Kommunalpolitik widmen und es war schon bezeichnend, dass ich meine jetzige Frau im Rahmen der Proteste gegen die geplante Schulschließung der Regelschule Orlamünde kennengelernt habe.
Im Jahre 2006 habe ich mich als Kandidat für das Amt des Landrates beworben und meine damals knappe Wahlniederlage in der einzigen Landratsstichwahl Thüringens habe ich zum Anlass genommen, meine Bemühungen und Aktivitäten in der Kommunalpolitik weiter auszubauen und mich vor allem für mehr Direkte Demokratie und soziale Gerechtigkeit im Landkreis einzusetzen.
Heute fühle ich mich mehr denn je den Herausforderungen des Amtes als Landrat gewachsen. Ich habe mich in den zurückliegenden Jahren umfangreich qualifiziert und ich kann auf eine große Familie, Freunde und Bekannte zurück greifen, die mich aktiv bei meinem Vorhaben unterstützen, ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen.